Geographie

Gröden ist ein Seitental des Eisacktales und dehnt sich von Osten nach Westen auf 25 km aus. Die Höhenmeter im Tal reichen von 2244 m am Sellajoch bis zu 471 m in Waidbruck. Bei Pontives liegt die deutsch-ladinische Sprachgrenze und der eigentliche Anfang Grödens. Durch das Tal fließt der Grödner Bach (ital. Rio Gardena, lad. Derjon), der am Sellajoch entspringt und in Waidbruck in den Eisack mündet. Gröden umfasst drei Gemeinden: St. Ulrich (ital. Ortisei, lad. Urtijëi), St. Christina (ital. S. Cristina, lad. S. Crestina) und Wolkenstein (ital. Selva Gardena, lad. Sëlva). Die Fraktionen Pufels (ital. Bulla, lad. Bula), Runggaditsch (ital. Roncadizza, lad. Runcadic) und Überwasser (ital. Oltretorrente, lad. Sureghes) gehören geographisch und sprachlich zu Gröden, sind aber seit alters her der Gemeinde Kastelruth (ital. Castelrotto, lad. Ciastel) einverleibt. St. Ulrich ist der Hauptort Grödens und zählt etwa 6000 Einwohner. Das Dorf sieht auf eine lange und intensive Geschichte im Handel mit Handwerksprodukten aus Holz zurück. Es weist vier wichtige Kirchen auf: die mittelalterliche St. Jakobskirche, die St. Antoniuskirche auf dem gleichnamigen Platz, die Friedhofskirche St. Anna und die Pfarrkirche, die dem Heiligen Ulrich geweiht ist. Wegen des stetigen Bevölkerungswachstums wurde die Hauptkirche des Hl. Ulrich, die 1342 erbaut wurde, 1793 runderneuert. Das war vor allem Dank der Großzügigkeit der vermögenden Dorfbewohner möglich. Die Kirche wurde um Einrichtungsgegenstände und Ornamente, die von den besten Künstlern und Handwerkern des Tales gefertigt worden waren, bereichert. St. Christina liegt in der geographischen Mitte des Tales und ist mit ihren etwa 1900 Einwohnern die am wenigsten bevölkerte Gemeinde. Sie liegt genau gegenüber dem Symbolberg Grödens, dem majestätischen Langkofel (3181 m), der jedes Jahr von zahlreichen Bergsteigern erklommen wird. Durch den Bau einer Umfahrungsstraße im Jahre 2009 gelang es, den Verkehr vom Dorfzentrum wegzuleiten. Seitdem können die Einwohner und die zahlreichen Touristen ein viel ruhigeres und angenehmeres Leben im Ort genießen. Wolkenstein liegt auf 1563 m und zählt etwa 2600 Einwohner. Von Wolkenstein aus kann man das Sellamassiv, den Langkofel und den Puez bestaunen. Wolkenstein grenzt im Osten an die Pässe, die die Umrundung des Sellamassivs ermöglichen, und über die man in zwei weitere ladinische Täler gelangt: ins Gadertal über das Grödnerjoch und ins Fassatal über das Sellajoch. Wolkenstein ist sowohl im Winter wie im Sommer einer der beliebtesten Ferienorte.