Schlussfolgerungen

Was die Wirtschaftslage Grödens anbelangt, so nimmt sie im Vergleich zu den anderen Dolomitentälern eine besondere Rolle ein. Wenngleich sich die Täler untereinander in punkto Höhenlage, Klimabedingungen und Ressourcen sehr ähnlich sind, hat sich die sekundäre, holzverarbeitende Heimarbeit nur in Gröden entwickelt und somit das ganze Tal geprägt. Und auch wenn diese es nicht vermochte, die Bergbauernwirtschaft vollständig zu ersetzen, war sie eine wichtige Lebensgrundlage für die Bevölkerung, die vom mageren Ertrag der Landwirtschaft alleine nicht leben konnte. Das höhere Bevölkerungswachstum Grödens im Laufe des 19. Jahrhunderts im Vergleich zu den anderen Tälern zeugt von welch großer Bedeutung das Holzhandwerk für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Tales war. Trotzdem mussten die Grödner harte Lebensbedingungen annehmen, da sie gezwungen waren, zwei Arbeiten gleichzeitig auszuüben, die Landwirtschaft und die Heimarbeit. Dabei mussten sie bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten, doch nicht um reich zu werden, sondern einfach um zu überleben.

Heutzutage werden die Grödner Produkte, deren ausgezeichnete Qualität auch von einem Gütesiegel garantiert wird, mit großer Kreativität, hoher Präzision und ausgefeilter Technik angefertigt. Und genau wegen dieser Eigenschaften sind die Grödner Handwerker auf der ganzen Welt geschätzt und bekannt.